Finanzierungsrunde abgeschlossen: SUPASO bringt den Modular Up Cycling Hub zur Serienreife

SUPASO hat eine Finanzierungsrunde abgeschlossen. Das Kapital fließt in die Serienreife unserer Maschinentechnologie und in die ersten Pilotanlagen bei Partnerbetrieben. Angeführt wird die Runde von der Gerald Jeitler GmbH, beteiligt sind außerdem die Raiffeisen-Landesbank Steiermark und die FMMS Beteiligungs GmbH.

Die zentrale Herausforderung: Distanz

Nachhaltige Kühlverpackung steht vor einer Herausforderung, die in der öffentlichen Diskussion selten benannt wird. Sie muss transportiert werden, bevor sie ihre eigentliche Funktion erfüllt. Isoliermaterial ist leicht und voluminös. Mit jeder zusätzlichen Transportstrecke steigen die Kosten pro Sendung, und die ökologische Bilanz verschlechtert sich.

In der Praxis lässt sich eine wirtschaftliche Auslieferung in einem Radius von rund 300 bis 400 Kilometern realisieren. Darüber hinaus belastet der Transport entweder die Marge, oder er verschafft näher gelegenen Anbietern einen Vorteil. Nachhaltige Verpackung über weite Strecken quer durch Europa zu transportieren löst ein ökologisches Problem und schafft an anderer Stelle ein neues.

Unser Ansatz: der Modular Up Cycling Hub

Statt fertige Dämm-Inlays über den Kontinent zu verschicken, verlagern wir die Produktion dorthin, wo sie benötigt wird. Der Modular Up Cycling Hub, kurz MUCH, ist ein Machine-as-a-Service-Modell: Partnerbetriebe produzieren mit ihrem eigenen Papier- und Kartonabfall vor Ort. Aus Reststoffen, die ohnehin anfallen, entsteht kreislauffähige Kühlverpackung mit kurzen Wegen, die den Papierkreislauf schließt.

Damit wird Reststoff zur Ressource, die Transportdistanz verliert an Bedeutung, und der Nachhaltigkeitsvorteil bleibt in der Praxis erhalten statt nur auf dem Papier. Für uns ist das die konsequente Weiterentwicklung dessen, wofür SUPASO seit 2021 steht: Verpackungslösungen, die ökologische Verantwortung, technische Leistung und wirtschaftliche Tragfähigkeit miteinander verbinden.

Der Aufbau einer eigenen Großfabrik ist dabei ausdrücklich nicht vorgesehen. „Wir wollen uns direkt in die Wertschöpfungskette bei Verpackungs- und Kartonageherstellern und Papierfabriken einbauen", erläutert Mitgründer Fabian Gems.

Fünf Partnerbetriebe, erste Pilotanlage im ersten Quartal

Fünf Partnerbetriebe sind bereits identifiziert, darunter ein Styroporhersteller, der den Wandel im Markt unmittelbar spürt. Die erste Pilotanlage soll im ersten Quartal des kommenden Jahres in Betrieb gehen, zwei weitere sollen nach Möglichkeit folgen. Die Validierungsphase ist bis etwa 2028 angesetzt. Besonders dynamisch entwickeln sich derzeit die Märkte in Kroatien und Slowenien.

Das konkrete Abrechnungsmodell halten wir bewusst offen. Erprobt werden verschiedene Varianten, von der Leasinganlage mit Lizenzgebühr bis zum Pay-per-Use-Ansatz. Bei der Ausgestaltung dieser Modelle bringt die Raiffeisen-Landesbank Steiermark ihr Know-how ein, was bei einem Machine-as-a-Service-Modell einen wesentlichen Faktor darstellt.

Warum wir uns bewusst für österreichisches Kapital entschieden haben

Ein schneller Finanzierungsweg wäre möglich gewesen, wir haben uns bewusst dagegen entschieden. „So ein ganz klarer VC-Fall sind wir nicht", sagt Fabian Gems. Als Hardware-Unternehmen mit einem erklärungsbedürftigen Produkt denken wir nicht in Exit-Fenstern von zwei Jahren, sondern langfristig.

Entsprechend fiel die Wahl auf Kapitalgeber mit langem Atem. Die FMMS Beteiligungs GmbH gehört zur Beteiligungsholding von Franz Mayr-Melnhof-Saurau, die ihre Schwerpunkte unter anderem in der Ressourcenwirtschaft und im Greentech-Bereich setzt. Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark hat ihr Beteiligungsgeschäft gezielt auf nachhaltige und regionale Zukunftsbranchen ausgerichtet. Beide Partner passen zu einem Vorhaben, das auf Substanz und langfristiges Wachstum ausgelegt ist. „Wir wollen das jetzt wirklich groß machen", so Gems.

Ein strukturell wachsender Markt

Die Nachfrage nach kreislauffähigen Verpackungen ist kein kurzfristiger Trend. Sie wird unter anderem von der europäischen Verpackungsverordnung (PPWR) getrieben, die den Druck auf nicht recycelbare Lösungen wie EPS-Styropor weiter erhöht. Innerhalb weniger Jahre ist die Zahl unserer Kund:innen von einer überschaubaren Größe auf mehrere Hundert in zwölf europäischen Ländern gewachsen. Der Modular Up Cycling Hub ist für uns der Weg, dieses Wachstum tragfähig zu gestalten, ohne die beschriebene Distanzproblematik erneut in Kauf zu nehmen.

Unser Anspruch ist eine Verpackung, die nicht nur im Datenblatt nachhaltig ist, sondern als System an der richtigen Stelle in der Lieferkette ansetzt.

Du möchtest wissen, wie eine kreislauffähige Kühllösung für deine Lieferkette aussehen kann? Sprich mit uns.